Wildgänse – Ein Wettbewerbsserfolg

Letztes Jahr wurde der „1st International Circuit of Photography 2016“ veranstaltet. Ich hatte hierzu einige Bilder abgegeben, den Wettbewerb aber ganz verdrängt. Ich hatte übersehen, dass dieser Wettbewerb kein FIAP-Patronat hatte und somit war dieser Wettbewerb eigentlich uninteressant für mich. Schließlich arbeite ich an einer Anerkennung der FIAP.

Vor kurzem bekam ich Post aus Serbien. Neben einer „Honorable Mention“ für mein Bild Lifeguard (hierzu wird es auch einen Blog geben) wurde meine Fotografie „Wildgänse“ mit einer PGI Bronze Medaille ausgezeichnet. Was für eine Überraschung!

Ihr könnt auch alle Wettbewerbsergebnisse hier anschauen (Im Dropdown „Gradac“ auswählen). Dabei war dieses Bild eigentlich gar nicht so besonders und entstand als „Beifang“ meiner letzten Fotosafari zu den Kranichplätzen bei Stralsund. Dort kann man eigens aufgestellte Fotoboxen mieten, in denen man einen Tag ausharren muss, dafür aber recht nah an die Kraniche kommt und nach Herzenslust fotografien kann, aber seht selbst:

Leider war das Licht wegen des bewölkten Wetters nicht geeignet für gut ausgeleuchtete Fotos. Wenn doch nur das Licht so gewesen wäre, wie am Vortag:

Da waren sehr schöne Spielereien mit der Abendsonne möglich. Übrigens sind diese Bilder direkt von der Straße aus dem Auto fotografiert worden. Solange man nicht aussteigt, sind die Kraniche recht friedlich und fliegen meistens nicht weg. Mit einem 500 mm-Objektiv kommt man ausreichend nah heran, man muss also nicht zwingend diese Kiste mieten.

Die Entstehung von „Wildgänse“ habe ich meinem Fotoclubfreund Thomas zu verdanken. In so einer Fotokiste hat man viel Zeit und so hatte ich erste Ergebnise schon aus der Kiste heraus online gestellt. Einer seiner Kommentare war: „Mach‘ doch mal was mit Unschärfe“ und so machte ich mich an die Arbeit. Also die Belichtungszeit länger machen, aber wie viel? Nach einigen Versuchen – ich fotografierte wegfliegende Gänse oder Kraniche – hatte ich eine für mein Vorhaben geeignete Belichtungszeit (1/100 sec) herausgefunden.

Das Bild „OutOfCam“ war eigentlich eher was für den elektronischen Mülleimer, aber mir gefielen wegfliegenden Wildgänse und die bei 1/100 sec schon unscharfen Flügel bei gleichzeitig scharf abgebildeten Körpern machte einen gewissen Reiz aus.

Also aus der Not eine Tugend machen und in Lightroom an den Reglern drehen! Hier in Photoshop ans Werk zu gehen habe ich mir gespart, sollte doch einfach nur noch ein akzeptables Bild entstehen.

Nachdem ich ausschließlich in RAW fotografiere ist das Bild immer etwas zu schärfen. Das passiert bei mir schon standardmäßig beim Importieren.

Danach habe ich eigentlich nur noch an den Reglern der Grundeinstellungen gedreht. Das dafür aber recht kräftig. Belichtung und Lichter hoch, Kontrast erhöht, Schwarz/Weiß weit weg vom Mittelwert und die Klarheit nach Geschmack sowie einen neuen Ausschnitt gewählt, der die Gänse in die Mitte bringt und nur ein klein wenig die Baumgruppe im Hintergrund sehen lässt, damit man noch eine Basis im Bild hat.

Herausgekommen ist eine brauchbare Fotografie, die einen absolut neutralen Hintergrund zeigt,  wegfliegende Gänse in ihrer Dynamik mit verschwommenen Flügeln und scharfen Körpern zeigt. Zudem bringen die hell orangenen Beine der Gänse einen kleinen farbigen Klecks ins Bild.

Hier noch einmal die Bilder Vorher/Nachher im direkten Vergleich:

Mir gefällt’s, den Juroren des „1st International Circuit of Photography 2016“  anscheinend auch.

Es wird Winter im Allgäu

Landschaftsfotografie im Allgäu

Heute habe ich mich mit Fotofreund Christian zum Fotografieren verabredet. Er hat sich eine neue Kamera gekauft und wollte von mir einige Tipps und Tricks erfahren. Um das gleich richtig in der Praxis zu machen, wollten wir Richtung Eisenberg im Allgäu fahren um dann in den Morgen hinein zu fotografieren.

Das war eine gute Wahl. Gestern hatte es zum ersten Mal in dieser Saison ergiebiger geschneit und der Schnee lag heute frisch auf der Allgäuer Landschaft. Bei Minus-Graden von bis zu 15 Grad unter Null standen wir nun da und warteten auf die Sonne.

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Als erstes wurde der Auto-Modus der Kamera ausgeschaltet. Die Stimmungen, die man in der Dämmerung einfangen möchte, steuert man lieber selber z.B. mit Blendenvorwahl.

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Solange es noch sehr dämmerig ist und man nicht unbedingt den ISO hochdrehen will, braucht man zwingend ein gutes Stativ.

Wir waren in unserem Element und die Wahl des Tages war genau richtig angesetzt. Als wir uns vor 3 Tagen verabredet hatten, war es noch nicht ganz klar, dass wir so ein tolles Wetter und Licht bekommen würden.

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Dann war es so weit! Kurz nach 8:00 Uhr ging die Sonne auf. Erste Lichtstrahlen fallen auf die Ruine Falkenstein.

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Kleine Strahlenkunde: Lichtquellen erzeugen längere Strahlen, wenn man die Blende entsprechend klein einstellt – zum Vergleich:

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Aufnahme mit Blende 7,1
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Aufnahme mit Blende 22

Irgendwann war es aber mal so zapfig kalt, dass wir ganz froh waren, wieder im Auto zu sitzen und zurückfahren zu können.

Hier noch eine kleine Auswahl der fotografischen Beute des Tages: